Träume altern nicht (1)

Helen_of_TroyEin Gespenst ruft an. Das Gespenst siezt mich und behauptet, meine Telefonnummer im Internet gefunden zu haben, was den Gedanken nahelegt, dass entweder Gespenster direkt im Internet surfen oder aus einem Reich dahingeschiedener Rechner in irdische Netze funken. Das wäre insofern beunruhigend, als in jenem Reich auch alle jemals geschredderten Daten eine jenseitige Existenz fänden und durch noch so starke Magnetfelder oder brutale Mechanik nicht daran zu hindern wären, unerwünschten Geistern zu dienen, etwa Mao Zedong, dem Sonnenkönig oder Hitler. Der ohnedies undurchschaubare und von Kontrollgelüsten begleitete Informationsaustausch bekäme Mitspieler, die sich einer erst gar nicht vorstellen möchte…

„Mein Name“, sagt das Gespenst, „ist Heike. Heike van Straaten.“

Während meine Erinnerung blitzschnell Stimme und Gesicht einer Schauspielerin namens Heike assoziiert, in die ich vor über dreißig Jahren so unsterblich wie hoffnungslos verliebt war, fährt sie fort: Ob es mir gut gehe, gesundheitlich und privat, beruflich sei ich ja sehr erfolgreich, und ich antworte wahrheitsgemäß, dass ich mich nicht zu beklagen habe, wolle ich nicht das Schicksal herausfordern.

Darüber lacht sie ein wohlbekanntes, routiniert schwebendes, überaus anziehendes Lachen. Wegen dieses Lachens nicht zuletzt verfielen ihr die Männer reihenweise, es wirkt immer noch. Ich sollte das Gespräch höflich beenden, denn ich sitze mit Freunden bei Kaffee und Kuchen, erzähle von einer Auslandsreise mit allerlei Hindernissen und bizarren Figuren, aber stattdessen hebe ich entschuldigend Hände, Schultern, Augenbrauen und nehme das Gespenst mit ins Schlafzimmer.

„Augenblick“, murmle ich auf dem Korridor, „wir sind gleich ungestört.“

„Oh, wenn Sie nicht alleine sind, rufe ich zu einer günstigeren Zeit an.“ Sie soll bloß nicht auflegen! Ich will ihre Augen, ihr Lachen, die Melodie des rauchigen Alts so lange bannen wie möglich. Was taten die Leute früher, um ein Gespenst zu bannen? „Alle guten Geister loben Gott den Herrn!“

„Amen.“ Sie ist keinen Moment irritiert, lacht wieder ihr Lachen. „Dann können wir uns also ruhig duzen, Leo. Du wusstest, dass ich den Zahnarzt geheiratet habe?“

„Jeder wusste das.“ Sie hatte einfach viel zu gut ausgesehen – sie warf einen um. In Wirklichkeit mehr als auf der Bühne, wohin es sie Anfang der achtziger Jahre gezogen hatte. Nach einigen glücklosen Spielzeiten in einem Theater der Kategorie Landesbühne – also Tingeln über Dörfer mit kleiner Gage und wenig Aussicht auf Film und Fernsehen – hatte sie dem Werben eines Stomatologen aus dem Westen nachgegeben. Er hatte ihr die Welt zu Füßen gelegt, indem er sie aus der DDR entführte. Ich sehe sie, als sei kein Tag vergangen. „Von wo rufst du an? Immer noch Berlin?“

„Pforzheim. Meine Kinder leben auch hier.“

Das Gespenst ist weg. Am Telefon ist eine fremde Matrone, die mit ihren längst erwachsenen Sprösslingen jenseits des Schwarzwaldes wohnt. „Ah ja. Und dein Mann?“ Ich schäme mich sofort meiner Indiskretion, aber sie lacht nur – gespenstisch.

„Geschieden. Seit über zwanzig Jahren.“ Diese Zeitangaben irritieren mich. Ich habe sie schon über dreißig Jahre lang nicht gesehen, sehe immer noch die schönste Frau der Welt: Wie mit einer Schmalzblende verklärt ist ihr ovales Gesicht, darin blaugraue Augen, in die ein allgegenwärtiger, genialer Beleuchter den Lichtfleck so hineinzaubert, dass einer nie mehr herausfindet, sehe den Bauernzopf im dichten, blonden Haar, den Hals, die runden Schultern, die Hände… „Aber ich lebe in einer festen Beziehung, es geht mir gut. Störe ich dich wirklich nicht?“

„Nein, nein, überhaupt nicht – nur habe ich gerade Besuch. Können wir das Gespräch zu einer günstigeren Zeit fortsetzen? Morgen?“

„Augenblick.“

Es folgt eine Pause. Wieso nur verrate ich mit diesem „morgen“ meine Ungeduld? Ist das schiere Neugier? Klar, denn obwohl ich ja nicht mehr mit der Traumfrau, sondern nur mit der Matrone sprechen werde, stachelt mich doch die Neugier. Unterschwellig fragt irgendwas oder irgendwer ‚Was wäre wenn?‘. Und dieses „Wenn“ ist eine lange, dramatische Geschichte. Nein, es ist ein Roman.

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Lichtblick

2012-09-17 19.39.28Gustav findet in einer E-Mail, Absender unbekannt, mit dem Betreff „Souvenirs“ eine Fotocollage: Die ehemalige Stasiburg von Lauterberg, ein weiter Blick über die Stadt und die Berge – er kann nur aus dem Fenster des Turms geschossen sein −, die Herbstfarben der Insel im Liepnitzsee, eine Haarsträhne im Gegenlicht: Kupfer und Silber, dazu Verse, ein Satz:

 

 

„ ‚Ein tiefstes Weh vermählt

die Liebe dem Verlust

im Schlaf, im Traum, zum Tod

so wird er dir bewusst.‘ –

Du erinnerst Dich – oder?“

Es ist kein Erinnern. Es ist ein Blitz, es ist tiefe Scham über alles Versagen seines Lebens, ein atemloser Moment zugleich: Ein Film läuft, beginnt 1974, seine Szenen wurden nie gedreht, überblenden nun alles reale Geschehen, wollen auf einen Schluss hinaus, der alles sein kann außer einem Happy End. Will er wissen, wie es ausgeht?

Er will.

Schreibe, um zu überleben – Déjà-vu!

 

Es war 1985. Mein Versuch, ein Off-Theater in Ostberlin, damals Hauptstadt der DäDäÄrr zu gründen, war von der Behörde verboten worden.

Spinner, Staatsfeind – frei auf eigene Rechnung

Im Tagebuch vom 29. Juli steht:

„Das Gefühl ABSOLUTER SCHUTZLOSIGKEIT als einziger Beleg (und Preis) für moralische Integrität – wie lange hält man das aus?
Entsetzlich: dieses Verwundern der Leute, dass man nicht konform geht, dass man nicht bereit ist, den Preis für Wohlstand und Erfolg zu zahlen. Sie achten – respektieren – nur den ERFOLGREICHEN Künstler, nicht den Künstler. Sie nehmen, was sie zur Selbstbestätigung brauchen und bemerken nicht den Selbstbetrug. (Wie sich unsere Gesellschaft in ihren Elitekünstlern selbst betrügt). Was für eine Verantwortung für die wirklich Großen: Widerstand über jede Koketterie hinaus!”

Das ist – Kernfragen von Uwe Tellkamps „Turm“, dem 2008 mit dem Deutschen Buchpreis bedachten Roman um 23 Jahre vorwegnehmend – ein Kommentar besonderer Art … Und dann fragt sich der nach Hinauswürfen und Verboten zur Untätigkeit Verurteilte, was bleibt:
„Das Wenige, das ich mir auferlege, ist meiner Angst geschuldet, …, die Konfrontation suchen, um nicht vereinnahmt zu werden, …, Leiden, um unempfindlich zu werden (wie unempfindlich bin ich schon?).“
Dann aber steht da mit roter Tinte:
„Verweigerung als die bequeme Möglichkeit, sein Teil Schuld nicht tragen zu müssen?“
Was für eine bizarre Frage angesichts der Tatsache, dass die an Brutalitäten und Rechtsbrüchen Schuldigen sich damals wie heute erfolgreich ihrer Verantwortung entziehen!

Von Menschen und Schneeflocken

Eislicht am Merkur

Eislicht am Merkur


Gedanken in Schneelandschaften – aus „Babels Berg“

Die Naturwissenschaftler der ruhmreichen Sowjetunion arbeiteten seit langem daran, das Wettergeschehen für die Planung verfügbar zu machen, aber sie hatten bisher ebenso wenig den passenden Regen für die Landwirtschaft wie die Sonne für die gewerkschaftseigenen Ferienorte beschafft. Wenn es ihnen gelänge, in frostiger Strömung aus Sibirien Eis und Schnee heranzuführen, wäre der Kalte Krieg gewonnen, die „Frontstadt Westberlin“ befriedet, der Schmerz, den dieser Pfahl im Fleisch des Arbeiter- und Bauern-Staates seinen Funktionären einbrannte, wäre gekühlt. Die westlichen Politiker würden dem geradeso gut tatenlos zusehen müssen wie dem Mauerbau. Sie würden Mitleid mit den frierenden Brüdern und Schwestern in der Ostzone haben; es war sicher kaum zu erwarten, dass das Eis sich genau an den Grenzverlauf hielte. Überhaupt existierte die planmäßige Wettergestaltung nur als Wunsch, Schneefeld geworden auf der Karte, und an diesem Tag begann es wieder einmal planlos auf alle Stadtteile zu schneien. Gustav stellte fest, dass er viel zu leicht angezogen war. Er schlug den Kragen seiner Jacke hoch, trabte Richtung Staatsbibliothek.
Kurz vor der Kreuzung zu den „Linden“ fasste ihn ein Mann am Ärmel.
„Tschuldjung: Sie sinn doch aus’m Westen?“
„Wie kommen Sie darauf?“
„Na, det sieht man doch, so wie Sie anjezoren sinn. Ick hätte da mal ne Bitte. Ick bin nämlich Nassrasierer, wissense, un hier im Osten kricht man einfach keene anständjen Klingen. Wennse mir nu mal ’n paar Westmark jeben könnten, denn könntick ma in’ Intershop’n paar Wilkinson koofen.“
Gustav war geschmeichelt, zuckte die Schultern und sagte:
„Tut mir leid, ich habe kein Kleingeld.“
„Na det macht doch nüscht, ick jeb Ihn’ zweehundat Ost für fuffzich dee-emm.“
„Nein nein“, stotterte Gustav, „das möchte ich nicht.“
„Wat? Det is doch’n prima Jeschäft? Für det Jeld könnse hier ins Interhotel essen jehn vons feinste! Oda biste janich aus’n Westen? He, du Arschloch, vasuch det nich noch mal, mir hier anzuscheißen!“
Den Rest der Hasstirade verschluckte der Schnee, immer dichtere Flocken sammelten sich auf Gustavs Schopf, rannen ihm tauend übers Gesicht. Jede dieser Flocken verlor dabei ihre einzigartige Gestalt. Kein Meteorologe oder Physiker würde je eine Vorhersage über all die Milliarden Gestalten geben können, die in jedem Augenblick neu entstanden und nach kurzem Flug vergingen. Es war ebenso unmöglich, aus den Tropfen Auskünfte über die Form der geschmolzenen Kristalle zu erhalten. Und doch war jeder einzelne Kristall ein unverwechselbarer, unentbehrlicher Teil des Universums, das mit ihm jeden Moment neu erschaffen wurde.

Winterlicht und Sommertraum

Erster Schnee - gestreutes Licht

Auf einmal ist da dieses besondere Licht.
Wir haben etwas zu lange geschlafen heute morgen – vielleicht hat dieses Licht schon die Träume verwandelt, sie trugen mich jedenfalls in die seltsamsten menschlichen Ansiedlungen. „Balkan“ ist ein Gedankenkommentar, dort finden sich Häuser zwischen grünen Hügeln, die sich ein Hundertwasser phantastischer nicht hätte ausdenken können: windschief, wie ineinander gewachsen, überwuchert von Moosen und Sträuchern, einige mit offenen Seitenwänden – der Blick auf ein Prangerritual liegt frei: Einem jungen Menschen, nicht erkennbar ob Mann oder Frau, wird ein Kübel Mehl über den Kopf gekippt, Gejohle ist sicht- aber nicht hörbar, auch scheint der Bepuderte nicht zu leiden, schüttelt sich nur.
Schon wandert der Blick weiter in ein Straßen- und Wegelabyrinth, irgendwo muss mein Motorrad stehen, verzweifelt suche ich nach dem Zündschlüssel, denke aber dann beruhigt, dass die gute alte ES auch mit einem Schraubenzieher zu starten sein wird …
Wird man je aus den Träumen Filme extrahieren können? Nein. Höchstens allerlei Signalsalat, so wenig detailgenau wie eine Beschreibung des Traums aus dem Erinnern. „Strange Days“ bleibt eine – nicht wenig beunruhigende – Utopie.

Interview am Startplatz

Interview in "Freies Wort" - zum Lesen anklicken

Interview in "Freies Wort" - zum Lesen anklicken

Lilian Klement hat mich anlässlich der Buchpremiere von „Babels Berg“ auch zum dritten Teil der Trilogie befragt. Am 4.11. erschien das Gespräch in der Regionalen Zeitung; nebenbei erfuhr ich, dass drei Verkaufstage genügt hatten, „Babels Berg“ zum Bestseller im Oktober zu machen. Großes Dankeschön an meine Verleger Hans Jürgen und Bastian Salier und an die Buchhändler-Familie Waniek.

Die Qualen der Exzellenz

Rosarose

Rosen, Tulpen, Nelken ...

Immer mal wieder ruft mich ein Stammtischbruder der 70er Jahre an, ein schon damals graumelierter Mann mit seriöser Ausstrahlung, von dem viele meinten, er habe es bis zum Offizier im besonderen Einsatz des Ministeriums für Staatssicherheit gebracht. Um als “Romeo” in Bundesministerien in Bonn oder in NATO-Generalstäben Sekretärinnen einzuwickeln, war er wohl seinerzeit schon zu bequem oder trank etwas zu viel, einerlei: Seine Erfolge bei anlehnungsbedürftigen Frauen mittleren Alters konnten sich sehen lassen.

Ausgerechnet eine seiner Gespielinnen von ehedem behauptet hartnäckig, der Typ sei verlogen bis in die letzte Windung seiner Epididymis (sie drückte sich derart unflätig aus, dass ich das Originalzitat etwas abwandle), er habe heute noch Angst davor, dass aus den Säcken mit Geschreddertem oder Zerrissenem im Bestand der Behörde sich eines Tages seine Missetaten zusammen puzzeln ließen. Ich mag das nicht glauben. Seine Erkundigungen über mein Wohlbefinden erscheinen allerdings in einem etwas seltsamen Licht, denn sie häufen sich, seit ich in der DäDäÄrr Erlebtes in Romanform publiziere. Möchte er sich davon überzeugen, dass anhaltendes Lebensglück die Folgen seinerzeitiger Denunziationen und Zersetzungsmaßnahmen ausgeglichen hat, dass seine Beteiligung an einem diesbezüglichen “Operativen Vorgang” in den Fluten des Styx versunken und er damit entschuldigt ist?

Was meine Zweifel nährt ist, dass er immer wieder einmal darauf zu sprechen kommt, ich sei ja zeitweise ein strammer Parteigänger gewesen (was nicht stimmt; Hierarchen, selbst Werbern der SED war ich ebenso tief zuwider, wie sie mir), ich habe ihn sogar in Diskussionen links überholt. Das stimmt allerdings. Meine Konflikte mit der Sozialistischen Einheitspartei und ihren Helden an der unsichtbaren Front der ideologischen Subversion beruhten wesentlich darauf, dass dä DäDäÄrr mit einer Entwicklung zur “Freien Assoziation emanzipierter Individuen” – von Marxengels im “Kommunistischen Manifest” ersehnt – so viel zu tun hatte, wie Erich Mielkes Menschenliebe mit Mutter Teresa. Na ja; ich hatte eine Menge Illusionen darüber, wie viel ich in diesem Staat durch selbstausbeuterische Arbeit an den Theatern in Richtung freier Individuen würde bewegen können. Am Ende war ich froh, nach ein paar Jahren als Hilfskellner in den Westen zu entkommen, ohne in Zellen von Hohenschönhausen, Bautzen oder sonstwo als Devisenbringer der Firma “Kommerzielle Koordinierung des Menschenhandels” zwischengelagert zu werden. Mein Stasi bei der Innenbehörde gab mir, als ich nach vier trostlosen Wartejahren gehen durfte, mit auf den Weg, ich werde mich, als Arbeitsloser am Hamburger Hafen sitzend, noch zurücksehnen in dä DäDäÄrr, aber darin irrte er. Im Frühling 1989 saß ich “arbeitslos” am Hamburger Hafen, es ging mir prächtig, meine Sehnsucht entsprach der nach einer Leberzirrhose.

Mein Stammtischbruder kam wenig später ebenfalls im Westen an. Dank seiner technischen Qualifikation fand er binnen kurzem eine Arbeit, seine Tätigkeiten im Osten spielten keine Rolle, lange Zeit hörte ich nichts von ihm. Mir wäre nie eingefallen, den Kontakt von einst wieder zu beleben; weder zog es mich zu den Stammtischbrüdern, noch trieb mich der Wunsch, einstigen Denunzianten und “Zersetzungsbeauftragten” auf die Spur zu kommen. Dazu gab es viel zu viele Konflikte im Westen, die zu erkennen und womöglich zu lösen mir als sinnvoll erschien. Insofern geriet ich niemals in Gefahr, arbeitslos zu werden, auch wenn allfällige Anstellungen nicht lange währten. Sie dauerten genau so lange, wie sie es verdienten. Das war zwar ein Dilemma für den Verdienst, füllte aber mein Leben mit sehr viel sinnvollen, lehr- und erfolgreichen Unternehmungen. Ich lernte großartige Menschen kennen, und die Frauen meines Lebens hinderten mich daran, größenwahnsinnig zu werden.

Jetzt, kurz bevor mein zweiter Roman seine Premiere feiert, meldete sich mein – inzwischen längst pensionierter und ganz silberweißer – Gefährte wieder, um von den geplanten Lesungen ins Vergangene abzuschweifen. Tat er es, um herauszuhören, wie viel von seiner Verstrickung ich herausgefunden hatte, recherchiert in den Akten der Behörde, hernach verwandelt, literarisch zur Kenntlichkeit entstellt? Quälten ihn um dessentwillen Ängste? Oder suchte er immer noch nach dem in jenen Jahren greifbaren, dann ausgebliebenen Erfolg: den Jüngeren, Freizügigen, Mutwilligen in der Tiefe mit dem Keim der Zersetzung infiziert zu haben, der ihm zwanzig Jahre später, da seine Bücher allesamt kaum gelesen werden, das Dasein zur Hölle macht, die Prophezeiung von der Erfolglosigkeit im Westen erfüllend, den seelischen Krebs der Depression nährend wie einst in der DäDäÄrr? Auch die Geheimdienstspezialisten des Westens bescheinigen solchen Zersetzungsplänen der Mielke-Armee psychologische Exzellenz.

Diese Exzellenz der zu höheren Zwecken berufenen Angestellten und ihre Qual, nicht ans Ziel zu gelangen, werde ich allerdings nie verstehen. Aufrichtig gesprochen: es regt sich kein Mitleid. Es wäre auch unsinnig. Womöglich sehe ich Gespenster, und der Mann war lebenslang ein harmloser Mitläufer. Woran es nur liegen mag, dass mich das überhaupt nicht beruhigt?