Ende der Angst

Heldentum überflüssig

Heldentum überflüssig

Wer gewinnt den Frieden?
Kriege werden gewonnen.
Frieden ist das große Unentschieden
Schwer zu ertragen, wo Sieger gefragt sind
Und Preise winken, egal wie hoch der Preis.
Nicht siegen wollen ist pervers
In den Augen der Aasgeier
Die vom Verlieren leben und Tod.
Nicht siegen wollen, nur leben
Ist der Weg zurück
Zu den Pforten des Paradieses
Wo sowohl als auch ist
Und überall nirgends, kein Ziel, kein Versagen.
Wo Gott wohnt:
Ganz am Ende der Angst.

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Verkehrte Welt

Des Abends wenn ich früh aufsteh
Des Morgens wenn ich zu Bette geh
Da krähet die Henne, da gackert der Hahn
Da fängt die Regierung zu denken an

Da rinnet der Regen zum Himmel hinauf
Die Bild- Zeitung gibt das Dreckschleudern auf
Ein jeglicher kehrt vor der eigenen Türe
Und der Papst empfiehlt Fromm’s neben frommer Lektüre.

Der Reiter schleppt heimwärts das müde Pferd
Richtung Futterkrippe – ist das wirklich verkehrt?

Wenn der Gaul mit der Peitsche den Reiter traktiert
Könnt sein, dass der etwas sensibler wird.
Könnte sein, dass in der „verkehrten Welt“
Manches vom Kopf auf die Füße fällt.
Mir wird also nicht das Herz beschwert
Wenn das Oberste sich zuunterst kehrt.

Am Abend des Tages der Selbstgewissen
Verlasse ich heiter das Ruhekissen

Versichert

Jemand erzählt mir vom labilen
Gleichgewicht, das wir umspielen,
Vom Klimatod und Gletscherschmilz,
Ozonloch, Zeoh-Keinerwills.
Er weiß dafür genau den Grund:
Die Erde ist nicht mehr gesund.
Doch Mars ist nah und Mond ist rund,
Wir werden emigrieren.
Sandstürme, Krater, Vakuum,
das macht uns nichts, wir sind nicht dumm:
die AOK wird’s finanzieren.

Wissen wohin

Willst du wissen — willst du nicht
Wo entlang die Wege führen
Willst du nur nach vorne stieren
Mit dem Köder vorm Gesicht?

Ach, die Leute werden schneller
Werden wilder, werden mehr
Nach dem Gelde drängt das Heer
Schlägt für Gulden, feilscht um Heller.

Rechts und links von all den Zügen
Liegen Leichen deiner Träume
Die verbrannten Paradiese
Müllbedeckte Rückzugsräume.
Aus dem Abfall wuchern Lügen
Wie so schön die Wettbewerbe
Wie so fair die Leistungsdaten
Wie so kühn die Heldentaten.
Glück ist Gold. Du kannst dich fügen.

Oder lieber innehalten
Deine wunden Füße fragen:
Lohnt das Ziel, die Last zu tragen?
Zähle deine Kummerfalten
Und dann gib dich nicht geschlagen.