Moderne Märchen No. 4

Prinz kürt Aschenputtel

DSDS

Es war einmal ein Aschenputtel, das arbeitete hart für seine Halbschwestern und die Stiefmutter. Die waren nie zufrieden. Sie neideten dem Aschenputtel jedes Glück, sogar den Aufstieg ins Bett eines Prinzen. Aus Gier und Neid hackten sie sich die Füße kurz und klein. Da gurrten es die Tauben von allen Dächern und sie wurden berühmt.

Wie die Stasi im Westen agierte

Wie die Stasi eine Familie zersetzt: Susanne Schädlich
Am 25.März gab es in „blog.Literaturwelt“ einen Artikel zu Susanne Schädlichs „Immer wieder Dezember“. Die Rezension dazu (gestern in der SWR 2 „Buchkritik“ ausgestrahlt) gibt es jetzt auch zum Anhören und Download.
In SWR 2 „Leben“ war am 8.9.auch ein Gespräch mit susanne Schädlich zu hören.

Altes Schloss

Die Ruine des Turms 2008

Rot hinterm Hügel, wo Frankreich ist

Der Brand kehrt zurück aus geschleiften Burgen

Abendstern, der sich selbst vergisst

Glitzert durchs Blau, keine Zeit wird ihm lang.

Alle die Steine, noch warm vom Blut

Sonnengetränkt unter Wanderstiefeln

Reden vom Leben, die Buche zieht Wurzeln

Fichten krallen und Farne sich fest

Leuchte, mein Mond, der Kauz ruft die Stunde

Da wir uns endlich der Zeit vermählen

Und uns nicht länger mit Plänen quälen.

Wir sind mit Sternen und Felsen im Bunde.

Der Charme der Stasi


Die FAZ (nicht nur sie) berichtet über Tausende Karrieren ehemaliger hauptamtlicher und inoffizieller Stasimitarbeiter im öffentlichen Dienst. Muss man sich darüber wundern?
Brauchbare Anpasser sind eine gehätschelte Spezies in Verwaltungen – auch in Unternehmen. Man muss sich über solche Karrieren also nicht wundern, auch nicht über die Tendenz zum Verniedlichen der DäDäÄrr. Sie ist längst ein selbstverständlicher Impuls quotengesteuerter Medienidiotie. Es sind nicht die Clubs und Gesellschaften von Ex-Stasis, Ex-Grenztruppen, Ex-Was-Weiß-Ich-Für-Machtstrukturen, die Furcht einflößen, es ist vielmehr die wachsende Bereitschaft, qualifizierte Minderheitsmeinungen zugunsten des rituellen Blökens von Umfrageherden zu unterdrücken. Der Charme der Kontrollen und Verbote als vermeintliche Konfliktlöser wächst. Dagegen schwindet der Wille, das demokratische Gemeinwesen mit seinen Kontroversen als mühevolle aber lohnende Aufgabe anzunehmen

Diagnose: Eigensinn, Prognose: unbestimmt


Vor ziemlich genau 100 Jahren reiste mein Großvater als Seemann um die Welt. Er war monatelang unterwegs, die Bedingungen an Bord waren hart
Eine seiner Fahrten nach Südostasien verlief unvorhergesehen: der Weltkrieg war ausgebrochen, ein britischer Kreuzer brachte das deutsche Handelsschiff im Indischen Ozean auf, der frischgebackene Schiffsingenieur verbrachte seinen 30sten Geburtstag und fünf folgende Jahre bis 1919 in einem Camp für Kriegsgefangene in der australischen Wüste.
Danach war es mit der Seefahrt vorbei. Nachkrieg, Inflation, Weltwirtschaftskrise verhinderten, dass er jemals wieder die heimische Kleinstadt verlassen konnte. Aber die Geschichten, die er erzählte, die seltsamen Souvenirs des Weltreisenden haben den Enkel später nicht ruhen lassen: er war dauerhaft von Reisen in den Fernen Osten nicht abzuhalten – nicht durch Mauern und Stacheldraht, nicht durch Drohungen mit Haft, nicht durch Berufsverbot und Isolierung bis an den Rand der Existenzfähigkeit.
Die eigensinnigen Kosmopoliten von gestern und heute sollen gelobt sein!